Sie befinden sich hier: Home » Interviews » „Wasteland“ exklusiv: Hardcore High-End von Elegant Angel

„Wasteland“ exklusiv: Hardcore High-End von Elegant Angel

Kategorie: Interviews | Montag, 5. November 2012 von Love-Guru
avatar

"Wasteland" exklusiv: Hardcore High-End von Elegant Angel (Foto: Elegant Angel)Mit „Wasteland“ hat Regisseur Graham Travis (33) nach seinem Feature-Debut „Portrait of a Callgirl“ („Bester Spielfim„, Erotic Lounge Awards 2011) die Erwartungen seiner Fans nochmals übertroffen. Die Erotic Lounge hat „Wasteland“ ab heute exklusiv in Deutschland offiziell im Programm und auch bei den Erotic Lounge Awards 2012 ist der Film wieder nominiert.Wir konnten vorab mit dem Elegant Angel-Geschäftsführer über dieses Projekt in einem Interview sprechen!

Hi Graham! Was hat Dich zum Drehbuch für „Wasteland“ inspiriert?

Hi! Die Idee zum Film kam mir eigentlich auf einer Kurzreise in meine Heimatstadt London (Graham Travis lebt und arbeitet z.Zt. in Los Angeles, Anm. d. Red.). Währenddessen dachte ich viel über alte Freunde nach, meine Vergangenheit und so kam mir die Idee zu einem Mainstream-Thriller um zwei alte Kindheits-Freunde die sich lange Jahre nicht mehr gesehen haben. Als Drehbuch für einen Thriller hat das dann irgendwie doch nicht funktioniert und so kam ich darauf, den Fokus auf eine Beziehung zwischen zwei alten High-School-Freundinnen zu legen mit expliziten Sexszenen.

Dann kam ich auf die Idee, dass ich die Story für Elegant Angel umsetzen möchte. Ich schrieb die Geschichte allerdings sehr persönlich. Erst nachdem der Film fertig war und nach den Reaktionen des Publikums habe ich meine eigentlichen Intentionen verstanden – eine Geschichte über Liebe, physische Bedürfnisse und Selbstachtung zu verfilmen. Irgendwie verrückt, dass ich mir über einige der Themen beim Schreiben noch gar nicht im Klaren war, die mich letztlich zum Drehbuch für „Wasteland“  inspiriert hatten.

Elegeant Angel Regisseur Graham Travis im Interview über "Wasteland" (Foto Graham Travis)
Nach Deinem sagenhaften Debüt als Regisseur mit „Portrait of a Callgirl“ waren die Erwartungen an dich für „Wasteland“ bestimmt sehr hoch. Das US-Publikum und die Kritiker hast du erneut begeistern können. Hattest du nicht enormen Erfolgsdruck beim Dreh verspürt?

Erfolgsdruck spüre ich bei meiner Aufgabe, Elegant Angel zu managen und die Firma so erfolgreich wie möglich mit unseren Gonzo-Filmen nach vorne zu bringen. Bei  „Wasteland“ dagegen war ich in dieser Hinsicht total entspannt, denn es war ein sehr persönliches Projekt. Und solange ich zufrieden bin mit meiner Leistung und das Publikum durch den Film berührt wird, ist alles andere eher ein Bonus. Darüber hinaus wusste ich, dass nach „Portrait of a Callgirl“ noch eine Menge Raum für Verbesserungen war.

Auch „Wasteland“ ist eher ein Spielfilm mit einigen expliziten Sexszenen als ein Porno mit Handlung. Welches Publikum wolltest du mit „Wasteland“ ansprechen?

Ich hatte kein bestimmtes Zielpublikum vor Augen. In gewisser Weise habe ich unser Stammpublikum sogar „verprellt“, weil ich die Hardcore-Szenen sehr reduziert hatte und mich mehr auf die Handlung sowie die Charaktere konzentriert habe.

Allerdings fällt es schwer, „Wasteland“ in den Genres „Für Paare“ oder „Romanze“ einzuordnen, denn der gezeigte Sex ist manchmal sehr hart und die Story eher düster. Eigentlich wollte ich nur eine zutiefst menschliche Geschichte erzählen. In diesem Sinne hoffe ich, dass „Wasteland“ möglichst viele Menschen erreicht, ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihres Status.

Bitte erkläre uns, wie du zu einem erfolgreichen Regisseur im Adult-Business geworden bist: Als Autodidakt oder hast du das Regieführen von der Pike auf gelernt?

Zwischen 2003 und 2005 habe ich eng mit erfahrenen Regisseuren wie Mason, William H., Patrick Collings, Jack Malone und Thomas Zupko zusammengearbeitet. 2006 durfte ich dann meinen ersten Gonzo-Film drehen, „Slave Dolls 2„. Danach dachte ich, dass die Regie nichts für mich ist und beließ es fürs Erste dabei.

Erotikstar Lily Carter (Foto: Elegant Angel)2010 aber produzierten wir „Pornstar Superheroes„, nach einer Idee von mir, da ich ein Faible für Comics habe. Und damals fragte mich William H., ob ich den Film nicht mit ihm zusammen drehen wollte. Wir hatten eine Menge Spaß, es war ein großes Abenteuer und vor allem konnte ich viele Erfahrungen sammeln bei der Umsetzung eines echten Spielfilms mit Drehbuch. Allerdings war ich auch diesmal mit dem Resultat nur bedingt zufrieden und obwohl ich viel gelernt hatte, entschied ich mich erneut, das Regieführen anderen zu überlassen.

Ein Jahr später traf ich mich zufällig zum Mittagessen mit Andrew Sullivan. Dabei erzählte er mir von seiner Regiearbeit zu „An Open Invitation: A Real Swingers‘ Party In San Francisco„, eine Herzensangelenheit, den er trotz enormem Marketingbudget eigentlich nur gedreht hatte weil es für ihn eine kreative Herausforderung war. Da erinnerte ich mich, dass ich schon seit ich bei Elegant Angel eingestiegen bin (2004) die Idee für „Portrait of a Callgirl“ im Kopf hatte. Ich liebe nämlich Spielfilme schaue beinahe jede Independent-Produktion an, und so hatte er den Samen gelegt: Ich wollte es nochmal probieren und einen wirklich persönlichen, kreativen Film drehen.

Sofort ging ich also dran, ein engagiertes Team zusammenzustellen und steckte viel Energie ins Casting. Ihr müsst wissen, dass die Auswahl der Schauspieler das A und O für den Erfolg von „Portrait of a Callgirl“ wie auch für „Wasteland“ war. Diese Features sind absolute Teamarbeit.

Wie bist du zu deinen Hauptdarstellerinnen Lily Carter und Lily LaBeau für „Wasteland“ gekommen? Gab es auch hier ein großes Casting?

Beide hatten schon für Elegant Angel gearbeitet und daher kannte ich deren Potential ziemlich gut. Lily Carter hatte bereits das Promo-Shooting „Best New Starlets“ für uns gemacht. Damals hatte ich schon  bemerkt, dass sie sehr kinotauglich ist –  fast wie eine kleine Audrey Hepburn. Auf der diesjährigen AVN-Messe in Las Vegas hat Lily Carter bei uns unterschrieben, und sie hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

Elegant Angels "Wasteland": Deutschlandweit exklusiv in der Erotic Lounge (Foto: Elegant Angel)Sie ist einzigartig und irgendwie anders als viele Andere, im positivem Sinne. Sie ist hinreißend und hat eine außergewöhnliche Art mit ihren Fans umzugehen – gerade auch mit behinderten Fans. Das hat mich sehr beeindruckt. Zunächst hatte ich an nichts anderes gedacht, aber als es wenige Wochen später ans Casting für „Wasteland“ ging, habe ich mich sofort an sie erinnert und mir gedacht: Sie ist die perfekte Besetzung für die Rolle der „Anna“.

Als sie mir beim Vorstellungsgespräch dann auch noch erzählte, dass sie Bühnenerfahrung hat und sogar singen könne war die Entscheidung klar. Ganz ehrlich, ich kann es nicht erklären aber nach dem Interview war ich überzeugt, dass sie die Richtige ist. Nachdem sie das Drehbuch gelesen hatte gestand sie mir, dass viele Elemente daraus total auf sie passen würden. Es hat einfach so sein müssen.

Lily LaBeau als „Jacky“ stand in gewisser Weise von Anfang an fest. Sie war mir schon bei den Dreharbeiten zu „Prison Girls“ aufgefallen. Sie hat auch eine gewisse Exotik und diese kinematographische Schönheit. Außerdem habe ich gefühlt, dass die sexuelle Spannung zwischen den beiden den Film tragen würde. Ich war mir hundert Prozent sicher, dass ich von den beiden echten, schönen und leidenschaftlichen Sex vor der Kamera erwarten konnte.

Lily LaBeau war beim Vorsprechen äußerst smart, intuitiv und locker. Sie ist intelligent, unvoreingenommen und darüber hinaus sehr professionell, was sehr wichtig ist, wenn man einen Film wie diesen dreht. Sie spielte Jacky auch nicht so wild und verrückt wie ich es im Drehbuch geschrieben hatte, sonder eher etwas kälter, verbitterter. Das fand ich sehr spannend. Sie hat aus Jacky erst diese außergewöhnliche Figur gemacht und ihr diesen komplexen, lebendigen Charakter eingehaucht. So gesehen war es für mich ein leichtes, die Richtigen zu finden.

Im Vergleich zu europäischen Pornostars kann man bei den US-Stars oftmals ein hohes Maß an schauspielerischen Fähigkeiten erkennen. Kannst du uns das erklären?

Ich glaube nicht, dass es da kontinentale Unterschiede gibt. Liza del Sierra kommt auch aus Europa und spielt in „Wasteland“ eine Nebenrolle. Auch sie hat ein großes schauspielerisches Potenzial. Ich glaube, zu spielen hat eine ganze Menge mit einer großen Seele zu tun und dem Mut, Gefühle zu zeigen. Weiterhin glaube ich, dass es genauso viele europäische Erotikstars wie US-Stars gibt, die das Zeug zum Schauspieler haben.

Erotikstar Lily LaBeau (Foto: Elegant Angel)Die Sexszenen in „Wasteland“ sind sehr intensiv und zeigen eine Eindringlichkeit, die weit über dem Standard in Pornofilmen liegt. Wurden diese Szenen zusammen mit den Schauspielern entwickelt oder hattest du die kompletten Szenen bereits im Kopf?

Ich glaube diese Szenen reflektieren die Kombination aus dem Drehbuch (romantisch und zugleich düster-kinky) und dem Gespür der Akteure, die die Performance mit ihrer eigenen Sexualität unheimlich bereichert haben. Kurz gesagt: Eine gelungene Mischung aus beidem.

Nach „Portrait of a Callgirl“ setzt auch „Wasteland“ wieder Standards in Sachen exklusive Drehorte, Ausstattung, Sound und Arrangements. Würdest du uns das Budget dieses Blockbusters verraten?

Leider nein. Ich glaube das wäre auch nicht angebracht und hilfreich. Wir arbeiten nur mit einer kleinen Crew und drehen nicht an Filmsets. Wir konzentrieren uns einfach darauf, die Szenen so real und perfekt wie möglich aussehen zu lassen und dabei so günstig wie möglich zu produzieren.

„Wasteland“ wurde bekanntlich in LA gedreht, der Hauptstadt des Pornos und eben auch dem Herzen des großen Mainstream-Kinos. Gibt es eine Verbindung zwischen diesen beiden Welten? Werdet ihr XXX-Regisseure von der Mainstream-Szene akzeptiert oder eher geflissentlich ignoriert?

Also ich für meinen Teil hatte bisher nur wenige Berührungspunkte mit dem Mainstream und bin deshalb wohl nicht der Richtige, diese Frage zu beantworten. Aus meiner Erfahrung aber kann ich sagen, dass es im Prinzip genauso im Mainstream wie im Adult-Business nur ums Geld geht. Alles dreht sich um Beziehungen, Kontakte, wie man die bekannten Stars für seine Projekte gewinnt und dass man seine Ideen zeitnah und möglichst professionell auf den Markt bringt. Das Geschäft ist sehr artifiziell und wenig originell, also ähnlich wie das Adult-Business.

Generell aber gilt wohl auch dort: Wenn du etwas anzubieten hast, womit die Leute meinen Geld verdienen zu können, glaube ich haben auch die Mainstream-Produzenten keine moralischen Bedenken, mit uns zusammenzuarbeiten. Allerdings passiert das meines Erachtens nicht sehr oft.

Zum Schluß: Was sind deine beiden Lieblingsfilme Adult/Mainstream?

Ganz klar „Paris Texas“ und mein Lieblingsporno ohne Zweifel „Asa Akira is insatiable 2„!

Herzlichen Dank für das Interview Graham. Wir freuen uns schon auf deinen nächsten Blockbuster!

 

Filme von Elegant Angel und Graham Travis gibt es in der Erotic Lounge

Einen Kommentar schreiben


3 + sieben =