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The Golden Age Of Porn: Die läufige Leinwand

Kategorie: Erotik-Bücher | Freitag, 1. Juli 2011 von Chris Heartcore
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Christian Keßler: Die läufige Leinwand (Foto: Martin Schmitz Verlag)Linda Lovelace, Georgina Spelvin, Marilyn Chambers, John Holmes. „Deep Throat“, „The Devil In Miss Jones“, „Behind The Green Door“. Diese Titel und Namen stehen exemplarisch für eine längst vergangen Ära des Pornofilms. Mit „Die läufige Leinwand: Der amerikanische Hardcorefilm von 1970 bis 1985“ von Autor Christian Keßler liegt das erste ernstzunehmende deutsche Nachschlagewerk vor, in welchem sich der Autor eben genau dieser Ära hingebungsvoll und voller Sachverstand widmet.

Viel zu oft handelt es sich auch heute noch beim Thema Pornographie  um ein geschmähtes Kapitel der Filmgeschichte – oftmals zu Unrecht. Dies weiß auch Bela B. Der Schauspieler und Musiker der Band „Die Ärzte“ verfasste das Vorwort zu „Die läufige Leinwand“ und macht gleich zu Beginn deutlich: Porno ist nicht gleich Porno – besonders wenn es sich um die Perlen aus den 70er und frühen 80er Jahren handelt („Pornofilme sind Bestandteil, Inspiration und Muse unserer heutigen Filmwelt!„). Filme, die auf richtigem Filmmaterial gedreht wurden, und nicht  – durch Einführung des Videos – zur austauschbaren Massenware verkamen. Filme, in denen Dramaturgie, Können und Kreativität gleichberechtigt neben dem Sex standen – für Regisseure und DarstellerInnen gleichermaßen.

Acht Jahre hat sich Autor Christian Keßler für seine dezidierten und tiefgreifenden Recherchen Zeit genommen. Herausgekommen ist ein eigenständiges und hoch informatives Nachschlagewerk über die Meisterwerke des „Golden Age Of Porn“, welches den Vergleich mit existierenden Publikationen wie z.B. „X-Rated Videotape Guide“ oder „Only The Best…“ mit keinem Buchstaben zu scheuen braucht.

Christian Keßler: Die läufige Leinwand (Foto: Martin Schmitz Verlag)Sein Buch zeichnet sich durch eine wunderbare Informationsdichte aus, welche mit einer solchen Leichtigkeit daher kommt, wie sie nur jemand zu Papier bringen kann, der das, von dem er schreibt, auch verinnerlicht hat, es liebt. Man kann förmlich in jeder Filmrezension versinken, so spannend und lebendig versteht es Filmjournalist Christian Keßler trockene, filmhistorische Fakten zu vermitteln.

Die Filmrezensionen bilden jedoch nur eine der tragenden Säulen in „Die läufige Leinwand: Der amerikanische Hardcorefilm von 1970 bis 1985“. Interviews mit damaligen Produzenten, Regisseuren und DarstellerInnen ermöglichen dem Leser noch einmal in die damalige Zeit abzutauchen. Es ist einfach ungemein fesselnd, wenn Zeitzeugen zu erzählen beginnen.

Fazit: Dieses Buch sei wirklich jedem ans Herz – egal ob Fans des „Porno Chic“ oder für den Blick über den schnelllebigen Porno-Tellerrand unserer Zeit. Christian Keßler weckt nicht nur wieder das Interesse an den alten Klassikern, sondern führt auch dem pornoaffinen Leser eindrucksvoll vor Augen: Nur weil Pornografie zu großen Teilen zur (kostenlosen) Ramsch-Ware im Internet verkommen ist, sollte es kein Grund sein dieser nicht kritisch gegenüber zu stehen – mit dem Wissen der „läufigen Leinwand“ im Hinterkopf.

In der Pressemeldung seines Verlags ist zu lesen: Christian Keßler „erhofft sich von „Die läufige Leinwand“ Ruhm, Reichtum und Schönheit.“ Für dieses Buch sei ihm dies alles von Herzen gegönnt! Aus diesem Grund – und als Appetitmacher – sei hier auch „Der läufige Blog“ erwähnt, auf dem der Autor weiter Rezensionen und Interviews bereit hält, welche „beim finalen Redigieren über die Klinge gesprungen sind“ (die Besten sind natürlich nur im Buch zu finden).

Mehr Information gibt es beim Martin Schmitz Verlag.

 

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