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Lena Nitro: Am Set bin ich nicht nur die Prinzessin!

Kategorie: Interviews | Dienstag, 29. Januar 2013 von Chris Heartcore
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Erotikstar Lena Nitro im Erotic Lounge Interview (Foto: Lena Nitro)Lena Nitro hat ein wirklich erfolgreiches Jahr 2012 hinter sich: Als i-Tümpfelchen haben sie ihre Fans auch noch als „Beste Darstellerin“ bei den Erotic Lounge Awards gekürt. Im Interview spricht Deutschlands derzeit erfolgreichster Erotikstar über die Rolle von Social Media für die heutige Erotikbranche, ihre Arbeit als Regisseurin und Produzentin sowie über ihre Zukunftspläne. Als Dankeschön gibt es sogar eine kurze Videobotschaft  für alle Fans!

Hallo Lena, herzlichen Glückwunsch zum Erotic Lounge Fan Award 2012 als „Beste Darstellerin“! 100% durch die Fans gewählt und vergeben: Wie fühlt sich das an?

Hi! Vielen Dank erst mal, ich freue mich natürlich riesig das Fan-Voting gewonnen zu haben! Es ist ein tolles Gefühl und zeigt mir das ich auf dem richtigen Weg bin.

Für wie wichtig erachtest du heute für Erotikdarsteller das Nutzen von Social Media (Facebook, Twitter etc.) ? Fast alle großen deutschen Label – außer Inflagranti – nutzen diesen Kommunikationsweg zu den Fans gar nicht  – hat die deutsche Erotikbranche hier noch Nachholbedarf ?

Social Media ist ein guter Weg möglichst viele Menschen zu erreichen, und das mit einem überschaubaren Aufwand. Allerdings sind einige Netzwerke, oder vielmehr der Nutzen den sie bringen, auch leicht überschätzt. Es kommt immer darauf an wie und für was man das nutzt.

Es ist im übrigen nicht ganz richtig das außer der genannten Firma kaum ein Label die Netzwerke nutzt. Der Unterschied ist vermutlich einfach der, dass bei Inflagranti der Auftritt zentraler unter dem Firmennamen zu finden ist. Bei Videorama bestimmen die Stars eher selber ihren Auftritt. Nur als Beispiel: Inflagranti haben aktuell im größten sozialen Netzwerk „Facebook“ 3.249 Freunde und ca 900 Abonnenten. Meine Kollegin Vivian Schmitt bringt es alleine auf 1.759 Freunde und 11.349 Abonnenten, mein persönliches Lena Nitro-Profil bringt es auf über 4.000 Freunde und 26.448 Abonnenten, meine Fanseite hat über 11.000 echte Likes.

Erotikstar Lena Nitro im Erotic Lounge Interview (Foto: Lena Nitro)Ich denke einer der Gründe ist eben die persönliche Erreichbarkeit für den Fan, das ist anscheinend wichtiger als der Firmenauftritt an sich. Was ich allerdings unterstreichen kann ist, dass die klassischen deutschsprachigen Firmen viel aufzuholen haben in Sachen Internet.

Was viele gar nicht wissen: Du bist schon lange nicht nur mehr Darstellerin. Wie kam es, dass du den Schritt gewagt hast auch Regisseurin und Produzentin zu sein?

Ich fand und finde es wichtig auch mal die ganze Sache von hinten zu betrachten! *lacht* Also nicht nur vor der Kamera Spaß zu haben und einen guten Film nach Vorgabe abzuliefern, sondern mich und meine Erfahrung vor der Kamera komplett einzubringen. Ich weiß eben nicht nur was ich gerne sehen möchte, sondern weiß auch was umsetzbar ist – was mich eben von den meisten Kameramännern abhebt!

Meine eigene Serie „Lenas Casting Hooker´s“ ist bzw. war ein gemeinsames Projekt mit meiner Freundin Sexy Cora, was ich ja nun leider alleine realisieren muss. Es zeigt mir ganz deutlich, was man so alles leisten muss um einen vernünftigen Film zu realisieren. Ich denke dadurch weiß man so einiges sehr viel mehr zu schätzen – und ist nicht nur die „Prinzessin am Set“! *lacht*

International gibt es immer mehr Frauen, die im Porno-Biz nicht nur vor der Kamera stehen, sondern auch als Unternehmerinnen in diesem Bereich erfolgreich sind. In Deutschland fallen mir da nur zwei Namen ein die dies wirklich geschafft haben: Damals Teresa Orlowski  und Dolly Buster, bzw. aus jüngster Vergangenheit  Jana B. die es als Regisseurin versuchte, Hera Delgado – und natürlich du. Ist die deutsche Branche „frauenfeindlich“ oder woran liegt das – was meinst du?

Es ist nicht abzustreiten das selbst im 21. Jahrhundert große Teile der Erotikbranche eine Männerdomäne geblieben sind. Allerdings liegt dies glaube ich an der Natur der Sache an sich: Männer gehen eben einfach offensiver mit dem Thema Porno um.

Teresa Orlowski und Dolly Buster sind jeweils die angeheirateten Stars der früheren Erfolgsproduzenten Hans Moser und Dino Baumberger gewesen. Ich glaube in dieser Zeit war alles viel zentralisierter (Filme nur in Videotheken, kein Internet). Es war eindeutig viel leichter gewesen „unsterblich“ zu werden. Noch dazu ist damals extrem viel mehr Geld verdient und auch investiert worden: Heute kosten Filme zwischen 5.000€ und 40.000€, in den 80er und 90er Jahren locker das Fünffache in DM.

Der deutsche Markt ist ja relativ aufgeteilt unter den alt-eingesessene Labeln. Haben neue Studios in Deutschland überhaupt eine Chance groß zu werden, bzw. was müssten sie aus deiner Sicht leisten können um sich einen Platz in der deutschen Branche erkämpfen zu können?

Der Markt ist offen für jeden, der Qualität und Beständigkeit abliefern bzw. sich leisten kann. Früher war das bestimmt so, dass es schwierig war sich einen Platz unter den Eingesessenen zu erkämpfen. Die Technik war super teuer, Pornografie war illegal, die Vertriebswege kompliziert.

Heute kostet eine vernünftige Kamera 1.500€, ein Internetanschluss 100€, die Gagen sind übersichtlich geworden und dank der ganzen Amateurplattformen ist auch wieder Nachwuchs in Sicht.

Wer also etwas ausgeschlafen ist, aufmerksam verfolgt was am Markt passiert und ein gewisses Grundverständniss von Marketing hat, kann es zu etwas bringen. Ach ja Fleiß ist eine absolute Grundvoraussetzung!

Tube-Seiten, Amateur-Inhalte und Selfmade-Pornos (Harry S. Morgan nannte es abfällig in einem Interview mit uns „Küchenpornografie: Fick deine Alte auf dem Küchentisch und Film es mit dem Handy!„) machen es der Branche zunehmend schwer, und  der „klassische“ Pornostar scheint mit Vivian Schmitt die letzte Vertreterin einer aussterben Art zu haben. Woran meinst du liegt es, dass auch heute noch jeder weiß wer z.B. Dolly Buster ist, es aber Nachwuchsstars in Deutschland so schwer haben richtig bekannt zu werden?

Su, ich denke genau das Gegenteil! *lacht* Dank der neuen Art des Vertriebes, nennen wir es mal das Internet, sind die Chancen für jeden bekannt zu werden  sehr viel höher als früher!

Warum ist z.B. eine Gina Wild mit nur 6-8 Filmen innerhalb von nur 2 Jahren so mega-bekannt geworden? Meiner Meinung nach, weil die Verfügbarkeit ihrer Filme explosionsartig gestiegen ist! Eben durch das Internet, in seinen Anfängen vor allem durch die LAN-Partys, auf denen u.a. Filme von ihr wie verrückt die Runde gemacht haben. Früher gab es ja nur Printmedien, Radio und TV – alles geregelt und von den Sittenwächtern streng beaufsichtigt. Seit Ende der 90er, kann jeder Bloggen, Seiten bauen und News posten. Klar ist der klassische Star Vergangenheit, was aber nicht immer nur schlecht ist.

Schaut euch mal eine Jenna Jameson an: Sie verdient mit ihrer Internetpräsenz hunderttausende von Dollar jedes Jahr. Es ist wohl so, dass nicht mehr die Firmen das große Geld machen sondern pfiffige Individuen. Ach ja,  um es endlich mal aufzuklären: Tubeseiten sind nicht der Feind der Pornografie, sondern die reinste Werbemaschine. Youporn z.B. generiert Milliarden von Klicks, und Seitenbetreiber platzieren ihre Werbung um potentielle Kunden auf ihre Seiten zu locken.

Erotikstar Lena Nitro im Interview (Foto: Lena Nitro)Kannst du dich noch an deinen besten und an deinen schlimmsten Dreh erinnern? Was ist da passiert?

An eine wirklich schlechte Produktion kann ich nicht erinnern. Jede einzelne Produktion ist für mich etwas besonderes, inklusive der Herausforderungen.

Du bist ja nun auch schon eine Weile dabei: Welchen Ratschlag kannst du einer jungen Frau mitgeben, wenn sie im Porno-Bereich anfangen möchte?

Gegenfrage, habt ihr das Rezept von Coca Cola für mich? *lacht*

Aber mal im Ernst:  Um im Pornogeschäft Erfolg zu haben muss man sich echt den Arsch aufreißen! Das bedeutet, man muss vor allen Dingen fleißig sein, sich nicht von unseriösen Managern oder Agenturen mit sittenwidrigen Verträgen locken lassen, eine vernünftige Selbsteinschätzung mitbringen und vor allem ein Ziel haben und es gnadenlos verfolgen.

Es hat schon einige deutsche Erotikstars in die USA verschlagen: Anette Schwarz, Stella Styles, Katja Kassin, Kelly Trump – um nur einige zu nennen. Teilweise wurden sie dort richtige Megastars , ein Status der nicht mit Deutschland/Europa vergleichbar ist. Sind die USA für dich ein Thema und warum?

Also bei Kelly Trump bin ich noch dabei, Katja Kassin hat noch eine gute Zeit erwischt und Annette ist halt einfach so ziemlich die extremste Darstellerin die ich kenne. Stella Styles ist ehrgeizig und wird ihren Weg gehen. Man muss verstehen, dass das Biz in Amerika schon anders funktioniert als in Deutschland.

Deutsche Firmen waren lange außen vor geblieben in den USA, allerdings ist das Dank dem Internet auch langsam erledigt. Viele der US-Studios gehören mittlerweile einem Deutschen, andere Produzieren hierzulande. Klar sind die USA ein Thema für mich und die Weichen sind gestellt, allerdings gehe ich das besonnen an. Andere Länder, andere Sitten! *lacht*

Wie sehen deine Ziele für 2013 aus?

Im Jahr 2013 stehen einige Projekte mit meiner Firma Videorama und Happy Weekend an, über die ich aber noch Schweigepflicht habe. Sie greifen allerdings u.a. wieder Frage 2 auf: Klassische Pronolabes und das Internet… *lacht*

Ich will meine eigene Serie „Casting Hookers“ weiter vorantreiben, die größte Camseite der USA hat mir ein Angebot gemacht und ich habe eine exklusive Bookingagentur im Boot, welche meine Auftritte in Clubs und Diskotheken managen wird.

Klar wird es 2013 auch sechs neue Filme von mir geben und natürlich geht bald neben meiner eigenen Homepage „lenanitro.com“ auch meine neue Webseite „lenanitro.tv“ an den Start, auf der es dann meine Sexeskapaden aus dem Amateurbereich zu sehen geben wird!

Danke Lena für dieses Interview. Weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

 

Filme mit Lena Nitro gibt es in der Erotic Lounge

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