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Kondompflicht für Porno-Darsteller?

Kategorie: News | Freitag, 11. Februar 2011 von Chris Heartcore
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Kondompflicht für Porno-Darsteller? (Foto: Erotic Lounge)Laut der „New York Times“ will die Stadt Los Angeles eine allgemeine Kondompflicht für die Porno-Industrie in der Stadtverordnetenversammlung beschließen lassen. Auslöser für diese geforderte Maßnahme war ein positiver HIV-Test bei einem männlichen Darsteller Mitte Oktober 2010 (wir berichteten). Sollte dieses Gesetzt wirklich erlassen werden, könnte es Auswirkungen auf die gesamte Porno-Branche haben. Doch der Entwurf ist umstritten.

So wehrt sich z.B. Steve Hirsch, Gründer des US-Labels „Vivid„: „Das System hat seit Jahren funktioniert„. Alle großen Studios hätten umgehend ihre Produktionen zum Zeitpunkt des HIV-Vorfalls zum Schutz aller DarstellerInnen umgehend gestoppt.

Bisher wurde die Gesundheit der DarstellerInnen von der “AIM Healthcare Foundation” (“Adult Industry Medical Healthcare Foundation”, eine non-profit Organisation, welche sich sowohl um das physische, als auch um das psychische Wohlergehen professioneller Sex-Worker kümmert) überprüft. Da AIM durch die Produktionsfirmen finanziert wurde, lag praktisch eine freiwillige Selbstkontrolle durch die Porno-Branche vor.

Nach bekanntwerden eines positiven HIV-Testes musste AIM jedoch im vergangenen Jahr schließen. Mittlerweile konnte man seine Tore als private Organisation – unabhängig von der Branche – wieder öffnen, um die bisherige Arbeit wieder aufzunehmen. Doch das Vertrauen der Behörden in die freiwillige Selbstkontrolle scheint erschüttert. Laut „New York Times“ will nun die Stadt Los Angeles selbst die Gesundheitsaufsicht für die Branche übernehmen. „Wir können unsere Köpfe nicht länger in den Sand stecken„, sagte Stadtrat Bill Rosendahl der Zeitung. „Diese Menschen sollten Kondome benutzen. Immer.

Kondom-Pflicht in Sexfilmen?

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Die milliardenschwere US-Porno-Branche erwartet bei einem möglichen Gesetz zur Kondompflicht erhebliche Umsatzeinbußen (es wird geschätzt, dass die Porno-Industrie in Amerika mehr umsetzt, als die Musik- und Filmindustrie zusammen). Aber auch seitens der Stadt Los Angeles gibt es ungeklärte Punkte: Man wisse nicht, ob man genügend Ressourcen habe um eine solches Gesetz auch zu kontrollieren, und ob die Stadt Los Angeles überhaupt in diesem Fall die Gesetzgebungskompetenz hätte. Ein städtisches Gesetz wäre das erste, das der amerikanischen Pornofilm-Industrie spezielle Sicherheitsstandards auferlegen würde.

Das San Fernando Valley in Kalifornien ist nicht nur Heimat großer Hollywood-Studios wie z.B. Universal, Walt Disney oder Warner Bros., sondern seit den 1970er Jahren auch das Zentrum der amerikanischen Pornofilmindustrie (was dem Tal zusätzlich die Namen „Silicone Valley„, „Porn Valley“ und „San Pornando Valley“ einbrachte). Über 200 Studios drängen sich in dem Tal im nordwestlichen Teil der Stadt Los Angeles.


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