Jana B.: Ich bin nicht die Erbin von Harry S. Morgan!

Kategorie: Interviews | Freitag, 29. Juli 2011 von Chris Heartcore
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Jana B.: Ich bin nicht die Erbin von Harry S. Morgan! (Foto: Chris Heartcore)Als Jana Bach wurde sie beim Berliner Label Inflagranti als Pornostar und bekannt. Im Jahr 2010 gab sie ihren Rückzug aus dem „Pornoland“ bekannt, wollte sich persönlich verändern. Unter dem Namen Jana B. machte der ehemalige Erotikstar solo weiter. Jetzt ist sie wieder da: Als Regisseurin und Darstellerin steht sie exklusiv beim Videorama unter Vertrag, zu dem aktuell auch die deutschen Pornostars Vivian Schmitt und Lena Nitro gehören. Wieso? Weshalb? Warum? Ein Telefonat mit Jana bringt Antworten…

Hi Jana, wie geht es dir?

Hi, sehr gut – außer dass ich im Moment zu wenig Schlaf bekomme! (lacht) Ist aber irgendwie auch ein netter Nebeneffekt, dass hält mich auf Trab und fit.

Wir haben uns letztes Jahr auf der Venus zu einem Interview getroffen. Was hast du seit dieser Zeit so getrieben?

Oh – bei mir hat sich eine Menge getan. Seit Oktober 2010 bin ich ja bei Inflagranti raus, war auf der Venus in Eigenregie unterwegs und hatte mich für ungefähr drei Monate auf  meine eignen Füße gestellt. Ich habe viele Shows absolviert, aber auch Kolumnen geschrieben. Der Fokus lag aber definitiv auf meinem Bühnenprogramm, weil mir das immer noch einen großen Spaß macht mit meinem Publikum zusammen zu sein. In dieser Zeit hatte ich auch meinen ersten Fan Club gegründet.

Ende des Jahres dachte ich mir aber: Du bist jetzt 31 Jahre alt, willst du nicht auch noch etwas anderes machen? Ich bin ausgebildete Justizangestellten, bis ich 26 Jahre alte war, arbeitete ich immer  Vollzeit und wollte einfach wissen, ob ich auch wieder im „normalen“ Business Fuß fassen kann. Es war für mich eine persönliche Herausforderung nach all den Jahren in der Erotikbranche. Schließlich war ich dann für eine Berliner Kanzlei tätig. Allerdings nur halbtags, da ich das Erotikgeschäft noch immer nicht ganz verlassen wollte.

Nach einem halben Jahr in diesem Job habe ich aber gemerkt, dass es das mit der Erotikkarriere für mich noch nicht gewesen sein kann. Alleine stellt man dabei leider nicht so viel auf die Beine wie mit einem Geschäftspartner, der in diesem Bereich groß und etabliert ist.

Jana B. mit Sexy Cora (†) auf der Venus 2010 (Foto: Chris Heartcore)Du hattest es uns ja damals schon erzählt, dass du gerne für einen eigenen Film die Regie übernehmen möchtest. Jetzt führst du Regie für deinen ersten Film für Videorama. Wie kam es zu dem Angebot?

Ich hatte mich Ende 2009 dort schon vorgestellt. Damals wurden Verhandlungen mit meinem damaligen Label Inflagranti geführt, wie  und ob ich zu Videorama wechseln könnte. Leider gab es keine Einigung, was für mich eben die Kündigung bei Inflagranti nach sich zog. Ich sah für mich dort einfach keine Perspektive mehr, mein eigener Anspruch deckte sich nicht mehr mit deren Produktionen. Im Hinterkopf hatte ich immer Videorama. Jetzt habe ich mich wieder beworben, und Knall auf Fall kam die Zusage!

Kannst du uns schon etwas über die Besetzung deines Films verraten. Wer ist dabei?

Das ist echt schwierig, denn alle von Videorama sagen „Verrat bloß nicht zu viel!“, und ich habe mich eh schon öfter verpl appert. Ich muss mich natürlich bedeckt halten, es werden aber auf jeden Fall DarstellerInnen dabei sein, mit denen ich schon früher gedreht habe. Was mir persönlich sehr wichtig war ist, dass Leute dabei sind, die auch miteinander können. Bei so einem Dreh begibt man sich auf eine sehr persönliche Ebene, da kann man kein Gezicke gebrauchen. Nur soviel: Ich hatte meine erste Szene mit einem farbigen Darsteller…

Was ist mit Vivian Schmitt und Lena Nitro. Sind sie dabei?

Leider nicht. Aber das liegt daran, dass wir alle exklusiv bei Videorama sind: Da durfte ich jetzt nicht so einfach wüten und die Exklusivstars einfach in Anspruch nehmen. Es ist aber geplant dass wir alle drei – vielleicht sogar mit Mia Magma – auf jeden Fall einen Film zusammen machen werden. Das wäre auch ein großer Wunsch von mir.

Wie ich dich einschätze wird es sicherlich kein Gonzo-Streifen werden, oder?

Richtig, ich habe auch das Budget für den Film u.a. mit der Buchung von Luxuslimousinen gesprengt! (lacht) Ich wollte es einfach sehr ästhetisch, da muss auch die Location stimmen usw.

Kannst du uns schon etwas über die Story sagen?

Ich spiele die Chefin einer Agentur, ich will jetzt noch nicht ganz detailliert erklären, was das für eine ist, meine Girls und ich besorgen uns jedenfalls heiße Jobs…

Mit Vivian Schmitt bist du ja auch privat befreundet, Lena Nitro ist ein weiterer Exklusivstar bei Videorama – jetzt kommst du auch hinzu: Gibt es da „Stutenbissigkeit“?

Also bei mir gar nicht. Ich glaube auch nicht, dass wir dies nötig hätten. Videorama bietet jedem von uns so viel an, dass niemand das Gefühl haben muss, ihm wird etwas weggenommen. Ich hatte schon das Vergnügen als Gast bei einem Set Lena kennenzulernen. Sie ist so eine ruhige und süße Maus, sie kommt mir fast vor wie meine kleine Schwester – wenn ich denn eine hätte (lacht). Und Vivian… ich glaube das würde nie passieren. Dafür kennen wir uns einfach auch privat viel zu gut und lange.

Die Frage, die wahrscheinlich vielen auf den Nägeln brennt: Viele Fans sind etwas – sagen wir einmal – irritiert. Vor nicht mal einem Jahr hast du angekündigt, nicht mehr als Hardcore-Darstellerin zu arbeiten. Jetzt bist du in deinem Film auch wieder vor der Kamera aktiv. Was sind deine Beweggründe?

Videorama hat mir einfach die Plattform geboten, die ich schon immer gesucht habe: Auf einem Niveau zu arbeiten, was mir entspricht, die komplette Handlung selbst bestimmen zu können, die Darsteller zu besetzen usw. Es ist einfach das Rundum-Wohlfühl-Paket für mich. Ich werde übrigens nur in den Filmen aktiv als Darstellerin zu sehen sein, in denen ich auch selbst Regie führe.

Du warst unter den Namen Jana Bach jahrelang exklusiv bei Inflagranti unter Vertrag. In deiner damaligen Erklärung zu deinem Abschied vom aktiven Hardcore-Dreh hörte es sich so an, als wärst du glücklich über deine neu gewonnene „Freiheit“ als Jana B.. Jetzt hast du dich innerhalb kürzester Zeit erneut exklusiv an Videorama gebunden. Wie kam es dazu?

Ich hatte selbst auch den Wunsch wieder einen Geschäftspartner exklusiv an mich zu binden. Ich habe persönlich immer das Gefühl, dass wenn man nur einen „läppischen“ Vertrag hat, nimmt einen der Andere auf lange Zeit nicht mehr für voll. Videorama hält meine „Exklusiv-Leine“ unglaublich lang – ich habe unglaublich großen Spielraum. Wir haben uns schon im Vorfeld sehr detailliert darüber unterhalten, was ich alles ausprobieren und machen möchte. Ich bekomme z.B. Weiterbildungen und Schulungen für Reportagen, Moderationstraining, Sprachkurse etc.

Deine erste Regietätigkeit für Videorama wurde natürlich mit der Arbeit des leider verstorbenen „Hausregisseur“ Harry S. Morgan verglichen. Es gab plakative Aussagen, dass du ihn „beerben“ wolltest. Wie siehst du die Dinge?

Ich bin über diese Vergleiche überhaupt nicht glücklich. Ich bin extrem traurig, dass sich beide Ereignisse zeitlich überschnitten. Ich hätte mir gewünscht, wenn Harry gesagt hätte: „Hör zu Jana, ich verabschiede mich von dem einen oder anderen Job und du kannst den Part übernehmen.“ Es wäre toll gewesen, wenn er mich mehr oder weniger angelernt hätte, er alles beäugen und betreuen, ich von seiner Erfahrung hätte profitieren können.

Harry war ein Urgestein in der ganzen Branche: Ich werde um Gottes Willen nicht sein Erbe antreten, und ich werde 100% nicht so sein wie Harry S. Morgan. Er war ein Unikat.

Jana B. mit Sexy Cora (†) auf der Venus 2010 (Foto: Chris Heartcore)Regisseurinnen wie z.B. Erika Lust oder Petra Joy, Darstellerinnen wie Belladonna, Kimberly Kane oder Jenna Haze beweisen ja, dass die sogenannte Männerdomäne Porno schon lange keine mehr ist. Hast du weibliche Vorbilder in diesem Bereich?

Nein. Ich schaue mir auch immer nur meine eigene Szenen an – ansonsten schaue ich gar keine Pornofilme. Ich will mich nicht ablenken lassen, nichts kopieren oder nachäffen. Mein eigenes Leben ist für mich das beste Vorbild: Ich habe jahrelang als Darstellerin gearbeitet, dadurch habe ich so viel erlebt, was man sehr gut in Filmen einbringen kann. Ich könnte richtig dicke Drehbücher schreiben und dir Sachen erzählen…

…vielleicht in einem richtigen Buch von Jana B.?

Du wirst es nicht glaube, aber ich habe von habe von Beginn meiner Karriere an Tagebuch geschrieben. Das wäre ein Hammer-Buch, aber man müsste mit schon sehr viel Geld bieten, dass ich dieses private und persönliche Wissen veröffentlichen würde. Allerdings scheue ich mich zur Zeit definitiv vor einer Veröffentlichung, weil es doch sehr intim ist.

Worin möchtest du dich mit deinen Filmen von der Masse abheben?

Ich glaube, dass Frauen akribischer sind: Ich achte viel auf Details, z.B. das Make-Up, die Garderobe usw. Auch wird die Handlung verbal erklärt, nicht nur über das Bild. Ich hoffe, dass das Publikum dies auch zu schätzen weiß. Natürlich hoffe ich auch meinen eigenen Jana B.-Stil zu finden, aber das wird sicherlich nicht sofort mit einem Film möglich sein…

…dem entnehme ich, dass es nicht bei einem Film mit dir als Regisseurin für Videorama bleiben wird…

Auf jeden Fall. Ich habe noch zwei komplette Drehbücher in der Schubblade. Es kommt natürlich auch darauf an, wie sich die Filme verkaufen, ob der Markt Filme von mir haben möchte. Geplant habe ich mehrere Filme, denn einer ist definitiv zu wenig! Aber das ist allerdings noch alles offen.

Wann soll dein Film denn erscheinen?

Geplant ist zur Venus Ende September.

Wirst du dann für Videorama und mit deinem neuen Film auf der Venus 2011 sein?

Ich hoffe doch, Videorama hält sich sehr bedeckt, um nicht zu viel zu verraten. Ich finde das ganz schlimm! (lacht). Ich bin nur am Rotieren und hoffe, dass ich rechtzeitig noch meinen Terminplan bekomme! Ich gehe jedenfalls davon aus, dass ich mit Videorama und dem Film auf der Venus bin, offiziell habe ich noch keine Termine.

Vielen Dank Jana für das Interview!

Sehr, sehr gerne. Ich würde mich riesig freuen wenn wir uns auf der Venus sehen!

 

Filme mit Jana Bach, Vivian Schmitt und Lena Nitro gibt es in der Erotic Lounge

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