Im Interview: Nikolaus Müller von Kralik (Paradise Film)

Kategorie: Interviews | Dienstag, 22. Juni 2010 von Vin Weasel
avatar


Interview: Nikolaus Müller von Kralik (Paradise Film)Dem deutschen Label „Paradise Film“ ist es in den vergangenen Jahren gelungen, mit seinen straighten, jedoch immer glamourösen Produktionen wachsende Fankreise aufzubauen , obwohl es sich durchweg um Filme mit Gonzo-Charakter handelt. Im Vergleich mit anderen nationalen Labeln konnte der Familienbetrieb vom Bodensee konsequent Boden gut machen.
Wieso? Weshalb? Warum? Firmengründer Nikolaus Müller von Kralik stand uns dazu Rede und Antwort.

 

Hallo Nikolaus! Wie kamst Du ins Erotik-Business bzw. dazu, ein eigenes Label zu gründen?

Es war reiner Zufall, wir bereuen es nicht, und es macht uns Spaß! Wir wollten es richtig und langfristig machen und nicht nur irgendein Zwischenhändler sein, sondern eine der besten Firmen international im Adult Business aufbauen.

„Paradise Film“ ist regelrecht ein Familienunternehmen. Steckt da Kalkül dahinter, oder hat es sich mehr oder minder ergeben?

Wir haben wie jedes neue Unternehmen am Anfang Geld gebraucht. Daher hat es sich dann so ergeben, dass Familienmitglieder uns mit Startkapital unterstützt haben. Zudem wurde die Arbeit immer mehr. Auch bin ich ich kein guter Techniker und so hat es sich dann gut gefügt, dass mein Bruder, der ein hervorragender Techniker ist und auch Interesse hat etwas Gemeinschaftliches aufzubauen, mit eingestiegen ist. Er ist verantwortlich für den gesamten technischen Bereich, und ich mache das Kaufmännische, sowie den Vertrieb. So können wir vor allem schnell reagieren und technische Abstimmungen mit Partnern effizient lösen.

Wenn Du auf die Jahre seit der Gründung zurückblickst, was hat sich aus der Sicht geändert? Innerhalb der Firma, als auch für die Firma was das gesamte Geschäftsumfeld angeht?

Am Anfang waren wir eine reine Vertriebsgesellschaft, die Waren gekauft und mit einer Marge weiterverkauft hat. Dann hat sich die VHS-Kassette verabschiedet, und die DVD hat sich durchgesetzt. Nebenbei haben wir aber immer mehr Rechte gekauft und auch mit eigenen Produktionen angefangen, so dass sich die Firma immer mehr gewandelt hat: Von einer Vertriebsfirma mit Fertigprodukten zu einem Dienstleister im Rechtebereich.

Nikolaus Müller von Kralik (Paradise Film)Paradise Film“ ist, verglichen mit den alteingesessenen deutschen Produktionsgesellschaften, stilistisch deutlich internationaler aufgestellt. War dies eine bewusste Entscheidung?

Es war uns eigentlich von Anfang an bewusst, daß wir uns international aufstellen müssen, da die Abhängigkeit von nur einem Markt strategisch zu gefährlich ist. Außerdem machen uns die internationalen Geschäfte auch Spaß und sind wichtig für das internationale Branding unseres Labels, unserer Firma und unserer Produkte.

Wo siehst Du persönlich die Stärken und Unterschiede der „Paradise Film“-Produktionen?

Als größte Stärke ist meines Erachtens die hohe Qualität unserer Produktionen zu erwähnen. Diese sich auszeichnen aus durch schöne Frauen, guten Sex und ansprechende Locations. Auch die Unterschiedlichkeit unserer drei Paradise-Linien wie „Feature Movie“, „Centauro“ und „Red Heat“, die sich aus den unterschiedlichen Charakteren unserer Regisseure Frank Thring, Greg Centauro und Max Jerkoff ergibt, trägt zum Erfolg unserer Firma bei.

Gay-Produktionen sind bislang im Portfolio nicht zu finden. Absicht oder Zufall?

Ich denke, den reinen Gay-Bereich sollte man den Fachleuten überlassen, die sich dort auch gut auskennen. Interessant sind für uns jedoch Trans-Titel, die man als Mitte zwischen dem Gay- und dem Hetero-Bereich bezeichnen könnte. Hier haben wir Filme im Programm, die auch allgemein gut angenommen werden. Man sollte grundsätzlich zu dem stehen können, was man verkauft, und ich bin überzeugt von unseren Filmen… und von dem Sex, den wir verkaufen!

Die Erwachsenenunterhaltung verlagert sich zusehends weg vom klassischen DVD-Vertrieb, hin zu Online-Plattformen im Internet. Wie schätzt Du diese Entwicklung ein?

Ich denke, der DVD-Vertrieb wird auch weiterhin bestehen, wie auch der normale Buchhandel, aber die Umsätze werden geringer werden. Daher sollte man im Rechtebereich gut mit eigenen Produktionen oder zugekauften Rechten positioniert sein, um auch hier über Einnahmequellen zu verfügen.

Stichwort 3D, ein Thema für „Paradise Film“?

Grundsätzlich ein interessantes Thema. Aber man darf nicht vergessen, daß sich die Kunden beim klassischen Spiel-/Kinofilm anders verhalten als unsere Kundschaft im Sexgeschäft. Man muß auch finanzielle Ressourcen und Manpower für solche Projekte frei haben, was sicherlich für uns das Hauptproblem ist.

Zum Abschluss ein kleiner Ausblick in die Zukunft. Was können wir aus dem Hause „Paradise Film“ in den kommenden Monaten erwarten?

Wir investieren gerade verstärkt in weitere neue Top-Produktionen. Lasst euch einfach überraschen, was wir ab Herbst bzw. ab September alles veröffentlichen werden.

Filme von Paradise in der Erotic Lounge

Einen Kommentar schreiben