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Im Interview: Master Costello

Kategorie: Interviews | Dienstag, 30. November 2010 von Chris Heartcore
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Im Interview: Master Costello (Foto: Erotic Lounge)Für den deutschen Fetisch- und BDSM-Film ist Master Costello schon seit mehreren Jahren eine feste Größe, aber auch international wächst seine Reputation von Film zu Film. Das ist sicherlich dem hohen Grad an Authentizität zu verdanken, den er mit seinen Darstellerinnen aus der Szene erreicht. Über dies, und viele andere Geheimnisse seines Erfolgs, hat er sich mit uns in der Grande Opera in Offenbach unterhalten – Videoclip inklusive!

Schönen Guten Tag Master Costello!

Das „Master“ können wir uns schenken, Costello reicht. Aber, es ist mir ein Vergnügen!

Im Interview: Master Costello (Foto: Erotic Lounge)Wie bist Du zum SM gekommen, oder der SM zu Dir?

Ganz f rüh schon im jugendlichen Alter, über die Literatur – wie viele. Man findet Bücher, da wo Kinder sie nicht finden sollen, ist fasziniert, liest, ist aufgeregt und versteht erstmal gar nichts.

Und dann kam der Film?

Ja, das war aber sehr viel später. Vorher hatte ich noch ein ganz anderes berufliches Leben, ich bin eigentlich Musiker. Insofern bin ich es natürlich auch gewöhnt vor Publikum aufzutreten. Es hat mir auch immer viel Spaß gemacht auf der Bühne zu stehen und Menschen zu unterhalten. Wenn man diese Neigung hat und man irgendwie das Gefühl hat, man kann tolle Momente mit anderen teilen, dann ist der Gedanke von einer tollen Session auch mal einen Film zu machen eigentlich naheliegend.

Wie machst Du deine Drehbücher? Wie kommst Du auf deine ganzen Ideen?

Ich meine, ich habe Fantasie und an der einen oder anderen Stelle liest man im Internet „Mac Gyver des SM“, oder auch mal „Helge Schneider des SM“. Finde ich ja eigentlich alles ganz nett, wenn man mich in dieser Art und Weise zur Kenntnis nimmt. Ich denke, es ist halt langweilig SM-Filme immer vor dem selben Hintergrund zu machen. Das obligatorische Andreaskreuz, die obligatorische Streckbank, das übliche Instrumentarium: Peitsche, Gerte, Klammern, Wachs. Mal im Ernst, wer will das denn sehen? Das ist doch nicht das was SM ausmacht! SM bedeutet Fantasie, SM bedeutet auf den Anderen Einfluss zu nehmen. SM bedeutet auch zu spielen, die Mittel die zur Verfügung sind einzusetzen. Niemand sehnt sich danach in einem gut geheizten Studio an einem gepolsterten Kreuz befestigt zu sein und nach einer halben Stunde wieder abgemacht zu werden. Es ist schon der Keller, es ist schon die bedrohliche Atmosphäre die Spaß macht, die das Adrenalin zum kochen bringt.

 

Sag doch mal ganz kurz: Was macht deine Filme „geil“? Was ist der Kitzel? Was macht den Unterschied  aus?

Ich glaube das ist ganz einfach: Ich bin nicht zufrieden wenn ich die Frau, die mit mir dreht, nicht gekriegt habe. Ich verstehe ganz gut, wie viele Frauen so im SM-Zusammenhang ticken und was die sich wünschen. So ganz ohne Erfahrung bin ich ja auch nicht. Was viel wichtiger ist, ist sich auf sein Gegenüber einzustellen. Ich kann sie „lesen“ und währenddessen lasse ich die keinen Moment aus den Augen. Deswegen rede ich auch soviel in den Filmen. Ich suche niemanden, nur um mal was auszuprobieren. Ich will die kriegen. Ich will, dass die da rausgeht und sagt: „Boah, das war das Geilste, dass ich jemals erlebt hab“. Das kriegt man nicht billig, da muss man sich drauf einstellen und das mache ich.

Im Interview: Master Costello (Foto: Erotic Lounge)Wer schaut sich einen „Master Costello“ Film an?

Nun ja, ich nehme an, dass das so repräsentativ durch sämtliche Bevölkerungsschichten verteilt sein wird. Was mich besonders freut, ist der große Prozentsatz an Frauen, die ja angeblich von Pornographie so wenig halten. Ich glaube, die spüren auch, dass ich mich bemühe, dass sie nicht gelangweilt und ohne befriedigendes Ergebnis nach Hause gehen. Ich glaube, dass das Interesse von Frauen für explizite Sexualität eigentlich schon immer relativ groß war, bloß die Hemmschwelle sich diese Dinge zu beschaffen war weit höher, als es heutzutage der Fall ist. Also heutzutage kann man im Internet in Online-Shops mit Kreditkarte Filme bestellen, oder man geht bei euch auf das Portal und guckt sich dort die Filme an und hinterlässt dann Spuren. Das heißt, ich, oder der Handel, kann relativ genau sehen, wie groß der Anteil männlicher Konsumenten und weiblicher Konsumenten an filmischer Erotika ist. Da schneiden wir, und das freut mich besonders, überdurchschnittlich gut ab. Machen wir eben nicht alles falsch, auch ganz schön.

Costello, mir hat dein Besuch heute sehr viel Spaß gemacht, ich denke den Usern der Erotic Lounge ganz genauso. Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!

War mir ein Vergnügen!


Filme von Master Costello in der Erotic Lounge

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