Im Interview: Jürgen Brüning (PornFilmFestival)

Kategorie: Interviews | Freitag, 30. Juli 2010 von Fritz Filou
avatar

Logo PornFilmFestival BerlinAnhänger des erotisches Films dürfen sich freuen! Vom 28. bis 31. Oktober findet bereits zum fünften Mal das „PornFilmFestival“ in Berlin statt. An vier Tagen laufen im Kreuzberger Kino Moviemento, einem der ältesten Lichtspieltheater Deutschlands, ausgewählte erotische Filme.

Die Streifen heben sich vom pornografischen Allerlei ab, hier kommt es auf Inhalt, Originalität und Ausdruck an. Die Erotic Lounge sprach mit Filmemacher Jürgen Brüning, dem Initiator des „PornFilmFestivals“.


2006 fand das erste Pornfilmfestival statt, nun folgt die fünfte Auflage: Was war Ihr Beweggrund, solch ein Event ins Leben zu rufen?

Jürgen Brüning, Initiator des PornFilmFestivals (Foto: Jürgen Brüning)Da ich selber Spielfilme und schwule Pornos produziere, hatte ich in 2006 das Gefühl, es sollte ein Festival geben, das Filme darbietet, die Sexualität explizit zeigen – sei es vom Mainstream-Porno bis hin zum künstlerischen Experiment. Es gab sowohl im kommerziellen sowie im unabhängigen Pornobetrieb immer mehr Leute, auch viele Frauen, die versuchten, etwas anderes zu produzieren. Dies wollte ich einem Publikum vorstellen und auch Porno wieder im öffentlichen Raum präsentieren, also im Kino.

Was muss ein Film bieten, um beim Festival zu laufen?

Bei kommerziellen Pornofilmen liegt die Messlatte sehr hoch, da müssen inhaltlich und visuell einige neue Ideen oder Ansätze zu erkennen sein wie beispielsweise bei Regisseurinnen und Regisseuren wie Anna Span, Eon McKai, Joe Gallant, Julie Simone oder Emilie Jouvet. Das Festival präsentiert übrigens vom Spiel-, über den Dokumentar- bis hin zum Kurzfilm alle Genres.

Wer sind die Besucher des „PornFilmFestivals“?

Das Festival wird von aufgeschlossenen, zumeist jungen Menschen besucht, die sich über „besseren“ Porno und Filme zum Thema Sexualität in einer angenehmen Athmospäre informieren und unterhalten lassen möchten.

Es gibt mittlerweile Ableger des „PornFilmFestivals“ in Frankreich oder Griechenland. Wie kam es dazu? Wie groß ist Ihr Einfluss auf die dortige Organisation oder das Programm?

Freunde von mir fanden die Idee des „PornFilmFestivals“ toll:  So entstand ein Jahr später der Ableger in Athen. Im dritten Jahr des Bestehens haben wir uns zusammengesetzt und die „Association of PornFilmFestivals in Europe (APE)“ gegründet, dann auch mit Festivals in Paris und Madrid. Es findet jedenfalls ein reger Austausch statt: Man hilft sich mit Kontakten und schaut sich die Programme der anderen an.  Es gibt aber auch unabhängige Veranstaltungen wie z.B. das CineKink Festival in New York.

Jürgen Brüning, Initiator des PornFilmFestivals (Foto: Jürgen Brüning)Gibt es einen speziellen Schwerpunkt des diesjährige Festivals?

Dieses Jahr haben wir gesagt: Schwerpunkte könnten Sex plus Religion, Sex plus Alter sowie Masturbation sein. Es kommt aber immer darauf an, was wir dann finden. Eine Retro gibt es jedes Jahr: 2010 ist das Porno plus Musical.

Unterscheiden sich die eingerichten Filme 2010 thematisch von denen der letzten Jahre?

Viele Filme, die uns erreichen, behandeln Themen wie BDSM, Prostitution oder Transsexualität. Was sehr auffallend ist, dass immer mehr Frauen Filme produzieren und dass es einen Trend zum „queeren“ Porno gibt – was natürlich außerhalb des Mainstreams stattfindet.

Können Sie einen thematischen Porno-Trend der letzten Jahre erkennen?

Mainstream Studios haben die Frauen entdeckt oder versuchen mit teuren Hollywood-Remakes zu punkten, in diesem Jahr etwa mit „BatmanXXX “ oder „Malice in Lalaland“. Ich halte dies nicht für sehr innovativ. Viel interessanter finde ich Frauen, die versuchen, über ihre eigenen Webseiten ihre Vorstellungen von Porno zu vermarkten und dabei sehr kreativ sind.

Vielen Dank Herr Brüning für dieses Interview!

Hier geht es zum „PornFilmFestival“

Einen Kommentar schreiben