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Im Erotic Lounge Interview: Jana Bundfuss, Teil 1

Kategorie: Interviews | Dienstag, 14. Januar 2014 von Chris Heartcore
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Im Erotic Lounge Interview: Jana BundfussUnter ihrem Künstlernamen Jana Bach wurde sie zum Erotikstar. Jetzt hat sie ihren bürgerlichen Namen wieder, und vor ein paar Jahren bereits Abschied vom Porno genommen: Jana Bundfuss. Wir trafen sie auf der Erotikmesse Venus. Im Interview spricht Jana über ihr Leben ohne Pono, die Erotikbranche und gibt Ratschläge für Newbies!

Hi Jana!

Hallöchen, ich grüße dich!

Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass du nicht mehr in der Branche tätig bist. Was hat sich denn seitdem im Leben von Jana Bundfuss getan – außer dem Namen?

(lacht) Ja, der Name. Viele fragen mich diesbezüglich, aber das ist kein Künstlername, so heiße ich wirklich! Ansonsten bin ich wieder zu meinen Wurzeln zurückgekehrt und arbeite in einer Kanzlei. Das mit der Porno-Filmerei hat dann nicht mehr so wirklich geklappt. Zumindest nicht nach meinen Vorstellungen. Ich habe mich dann mit einem weinenden Auge aus der Branche zurückgezogen, da ich immer noch denke, dass Potential brach liegt was genutzt werden könnte. Es ist aber auch schwierig einen Arbeitgeber zu finden, der dies mit einem umsetzen möchte. Die Branche an sich kränkelt ja ganz offensichtlich selbst.

Jetzt bist du ja trotzdem auf der Venus anzutreffen. Wie ist da noch die Verbindung bei dir zu dieser Brache, oder ganz platt gesprochen: Warum bist du noch hier?

Guter Punkt. Es gibt natürlich noch ganz, ganz viele Leute welche ich von früher kenne, viele die man weiterhin kennen lernt und eben die Fans. Ich habe meine eigene Website mit einem Blog den ich pflege. Es ist immer noch erotisch, aber nicht mehr pornografisch. Die Fans haben natürlich noch die Erinnerungen an damals, und ich selbst mag es natürlich auch in Erinnerungen zu schwelgen. Deshalb bin ich hier, damit die Fans ein paar Fotos machen können und ich einfach schauen kann wie sich alles entwickelt – auch wenn man nicht mehr aktiv dabei ist.

Einige Jahre sind schon ins Land gegangen, und du hast jetzt den nötigen Abstand zur Branche. Wie siehst du die Branche aus der nötigen Distanz jetzt?

Die Veränderungen entgehen einem naürlich nicht: Die Messe wird immer kleiner, und auch die Gala ist nicht mehr zu prunkvoll wie sie einmal war. Die DarstellerInnen sind, quantitativ betrachtet, nicht mehr sehr anspruchsvoll an ihre Shows oder Filme die sie umsetzen. Ich finde das ganz ehrlich ein bisschen schade. Den Platz den ich einmal hatte – den ich auch echt genossen habe, denn man war auch Nutznießer dieser Branche gewesen und ist es irgendwie auch noch ein wenig – dieser Platz… es hat sich doch alles sehr verändert. Das Budget der Studios reicht teilweise nicht mehr für Eigenproduktionen. Auch das Publikum hat sich verändert. Bei manchen Shows sind die Menschen dann auch nicht mehr so höflich, wie man es von früher gewohnt war. Ich finde wir leben momentan in einer ganz komischen Zeit, in der Erotik irgendwie nicht mehr so richtig seinen Platz findet – zumindest nicht mehr die qualitativ hochwertige Erotik!

Die Anzahl der großen Studios ist in Deutschland sehr überschaubar geworden. Viele produzieren auch nicht mehr in den Maßen, wie sie früher produizert haben. Von deinem jetzigen Standpunkt und mit der nötigen Distanz: Meinst du die Branche hat einen Weg gefunden, genau diesem Problem irgendwie zu begegnen?

Ich habe mich gestern auf der Award-Verleihung mit jemanden unterhalten, der sich in der Branche sehr gut auskennt. Meine Frage war: „Meinst du die Erotik-Branche wird sich irgendwann noch einmal erholen?“ Die Antwort war ganz eindeutig: „Nein!“ Ich denke, dass ist eine absterbende Sache – aber auf eine ganz komische Art und Weise. Erotik, Sexualität und Porno ist natürlich immer ein Thema, selbst der Konsument ist immer da. Es wird eben billig im Internet geschaut, oder sogar heutzutage selbst produziert. Ich weiß auch nicht – ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die nächste Venus sein wird. Vielleicht noch kleiner, noch weniger Glamour?

Was sich auch abzeichnet: Viele wollen mit der Erotikbranche nichts zu tun haben. Man muss immer daran denken, dass Erotik oder Pornografie in der Öffentlichkeit noch immer ein No-Go ist. Ein dickes Fell sollte man nämlich mitbringen, um sich eben selbst verteidigen zu können. Auch bei meiner neuen Arbeit gibt es öfter mal eine Spitze, wo ich mir dann denke: Muss das sein? Den Porno-Stempel hat man halt unauslöschlich! Viele junge Frauen heute überlegen zweimal, ob sie den Schritt in den Erotikbereich machen sollen – auch wenn sie Lust darauf hätten. Den Stempel hast du bereits mit der ersten Produktion, da musst du letzten Endes nicht viel für machen. Danach wieder woanders Fuß zu fassen ist echt schwierig. Allein wegen diesem Aspekt wird sich das Anfangsthema irgendwann – wie geht es weiter mit der Branche – im Nichts verlieren!

Ok, angenommen es gibt dieses Mädel, welches echt Bock auf diesen Job hat. Was würdest du ihr empfehlen?

Boah, das ist echt schwierig! Ich bekomme ja noch öfter eMails von jungen Frauen, wie z.B.  „Ich habe gerade meine Schule beendet und möchte jetzt in das Erotik-Geschäft„. Ich habe schon immer gesagt, dass dies viel zu früh ist! Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man in diesem Alter noch nicht diesen Reifegrad haben kann, um dieser harten Branche gegenüber treten zu können. Da gehören immer Verträge dazu und Leute, die das Maximum aus dir raus pressen wollen – und dafür das Minimale bieten. Logisch – das ist Business. Ich denke, man sollte ordentlich seine Schule abschließen und eine Berufsausbildung oder vergleichbares haben, bevor man dieses Abenteuer wagt. Alles andere ist ein hohes Risiko, und kann wirklich zu Depressionen führen! Ich weiß echt nicht ob man jemanden explizit raten sollte, in die Erotikbranche zu gehen. Ich möchte nicht für das persönliche Schicksal einer jungen Frau verantwortlich sein!

Ende Interview Teil 1.

 

Filme mit Jana Bach gibt es in der Erotic Lounge

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