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Graham Travis: Männer wollen Hardcore sehen – Frauen auch

Kategorie: Interviews | Mittwoch, 4. April 2012 von Love-Guru
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Graham Travis: Männer wollen Hardcore sehen – Frauen auch

Graham Travis (32), Geschäftsführer des bekannten US-Labels Elegant Angel und Regisseur von „Portrait Of A Call Girl“ – bester Feature Film bei  den Erotic-Lounge-Awards 2011, verrät uns im Interview Details zum Casting für diesen Blockbuster, die Zukunft von 3D und seine persönlichen Vorlieben. Mr. Travis, Sie haben das Wort!

Hi Graham, herzlichen Glückwunsch zum Erotic-Lounge-Award für den besten Feature-Film des Jahres 2011: „Portrait Of A Call Girl„.  Für dieses Meisterstück in Sachen Erwachsenen-Unterhaltung hast du auch noch zahlreiche andere Preise eingeheimst. Hätten Sie  diesen überwältigenden Erfolg erwartet?

Für Elegant Angel war es ein riesiger Schritt, „Portrait Of A Call Girl“ zu drehen.  Eigentlich haben wir uns nämlich von Anbeginn als Gonzo-Produktion verstanden. Insofern war es ein gewagtes Experiment, einen kompletten Spielfilm zu drehen. Zu Beginn der Dreharbeiten hatte ich mir ehrlich gesagt keinen so enormen Erfolg erwartet. Als wir aber mit Drehen fertig waren und ich begann, den Film zu schneiden – da wurde mir klar, dass uns da was ziemlich Gutes gelungen ist und dann war ich auch ein bisschen stolz auf den Film.

Liegen wir richtig, dass „Portrait Of A Call Girl“ der erste Feature-Film war, den du für Elegant Angel produziert hast? Und planst du nach diesem großartigen Erfolg weitere Features zu drehen?

Ich habe bereits 2010 bei „Pornstar Superheroes“ mit Regie geführt. Dieses Feature kam aber eher witzig daher und weniger seriös. Nichtsdestoweniger habe ich dabei viel gelernt; dieses Rüstzeug hat mich erst in die Lage versetzt und inspiriert, „Portrait Of A Call Girl“ zu drehen. Und ja, ich werde noch in diesem Jahr ein weiteres Feature drehen mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Wasteland„. Die Story ist um Einiges vielschichtiger zu erzählen als „Portrait…“ und ich kann es kaum erwarten, wenn es endlich losgeht.

War es schwer, die richtige Besetzung für die Hauptrolle zu finden? Gab es Castings oder waren Sie von Beginn an überzeugt, dass Jessie Andrews die Richtige für diesen Part ist?

Ursprünglich kam mir die Idee zu „Portrait Of A Call Girl“ schon 2004. Ich hatte gerade erst bei Elegant Angel begonnen und Patrick Collins, (Gründer und Hauptgesellschafter von Elegant Angel, Anm. d. Red.) bot mir an, meinen ersten Film zu drehen.  Ich erzählte ihm von meiner Idee aber es war wohl einfach noch nicht die Zeit, mich an so ein technisch anspruchsvolles Thema zu wagen. Es gab für mich noch so viel zu lernen und wir legten also mein Drehbuch fürs Erste auf Eis. Es war zu diesem Zeitpunkt einfach noch zu ambitioniert.

Graham Travis mit dem Erotic Lounge Jury Award 2011 für "Portrait Of A Call Girl"2007 hatten wir uns wieder an das Projekt erinnert, konnten uns aber partout nicht auf das richtige Girl für die Hauptrolle einigen. Erst 2011 entdeckten wir Jessie Andrews für den Stoff. Sie hatte gerade ein paar Gonzo-Streifen abgedreht und dabei unsere Regisseure nachhaltig beeindruckt. Also traf ich mich mit ihr und war auch sofort davon überzeugt: Sie ist die Richtige. Damit konnte meine Idee von „Portrait Of A Call Girl“ endlich umgesetzt werden. Jessie Andrews ist clever, schön, empfindsam und hat einige unbeschreibliche Fähigkeiten – sie hat einfach den X-Faktor. Außerdem hat sie einen ganz außergewöhnlichen Stil zu spielen, modern und für mich äußerst anziehend. Ihr Gesicht sehr ausdrucksstark. Das war sehr wichtig für den Film. Jessie kam nur ein einziges Mal zum Vorsprechen und da war es gleich besiegelt: Sie ist die Top-Besetzung für diese Rolle!

Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass Hardcore-Produktionen bei immer mehr Paaren Interesse erweckt. Bist du der Meinung, dass das der Wachstumsmarkt der Zukunft ist?

Ich glaube nicht, dass es uns gelingen wird,  noch mehr auf  die Bedürfnisse von Paaren einzugehen.  Eine der größten Missverständnisse bezüglich weiblicher Konsumenten und pornografischer Inhalte ist meiner Meinung nach nämlich die Tatsache, dass Frauen im Allgemeinen vorwiegend an Soft-Erotik und ästhetischen Sex-Szenen interessiert sind. Ich meine, Frauen wollen neben wirklicher Leidenschaft zwar auch wie Männer intensiven Hardcore sehen, allerdings ist für sie der Kontext entscheidend.

Mich begeistert die Idee, tiefer gehende menschliche Geschichten mit den Beweggründen und Motiven der Charaktere samt expliziter Sexszenen zu verflechten.  Ich will die bestehenden Grenzen aufbrechen und ich glaube, mit „Portrait Of A Call Girl“ ist uns das gelungen. Beide, Frauen wie Männer, können sich diesen Feature-Film ansehen obwohl zum Teil sehr harte Sex-Szenen gezeigt werden, und ich hoffe wir werden in Zukunft noch öfter den Geschmack des Publikums in dieser Richtung treffen.

Beabsichtigen Sie bei Elegant Angel  Filme in absehbarer Zeit auch in 3D zu drehen?

Im Augenblick haben wir keine konkreten Pläne für 3D-Produktionen. Sollten allerdings immer mehr Kunden über 3D-Fernsehgeräte verfügen und der Markt für solche Filme wachsen, werden wir sehen. Prinzipiell müssen wir uns als Produktionsfirma aber vor allem darauf fokussieren, konsequent höchste Qualität abzuliefern. Ich denke, das ist am Ende des Tages am wichtigsten.

Vor Jahren hat Elegant Angel schon mal versucht, das Gonzo-Kerngeschäft um Feature-Filme zu erweitern. Diese Projekt – um dich zu zitieren – stellte sich als wenig erfolgreich und teuer heraus. Was hat dich ermutigt, mit „Portrait Of A Call Girl“ einen zweiten Anlauf zu nehmen? Bedeutet der überragende Erfolg dieses Films den Beginn einer neuen Elegant Angel Feature-Serie?

Den Misserfolg von damals hatten wir definitiv im Hinterkopf bei den Dreharbeiten zu „Portrait Of A Call Girl„. Deshalb haben wir den Dreh kombiniert mit „Gangbanged 2“ und vier weiteren Gonzos mit unseren Stars wie etwa „Asa Akira Insatiable 2„.  Gonzo ist unsere Kernkompetenz, das verlangt unser Kernpublikum von uns. Das ist die Basis unseres gewachsenen Erfolgs. Als Elegant Angel 2003 den Versuch unternommen hat, auf Feature-Produktionen umzusteigen ging das in die Hosen, weil wir uns von unserem Kerngeschäft entfernt hatten.

Heutzutage drehen wir zwar Gonzo-Filme  wie eh und je, aber wir meinen dass es an der Zeit ist, einige wenige außergewöhnliche Feature-Filme zusätzlich anzubieten. Damit wollen wir unser Label lediglich erweitern, nicht radikal ändern. Ich hoffe, dieser Schritt wird uns noch erfolgreicher am Markt positionieren. Tja, und „Portrait Of A Call Girl“ war schon mal ein ermutigender Anfang.

Jessie Andrews in "Portrait Of A Call Girl" (Foto: Elegant Angel)Du hast das Drehbuch zu „Portrait…“ geschrieben und selbst Regie geführt. Gibt es ein reales Vorbild, das dich zu diesem Film inspiriert hat? Wann dürfen wir Teil 2 erwarten?

Beim Schreiben des Drehbuchs war ich von meinen Lieblingsfilmen inspiriert und einigen persönlichen Erfahrungen. Um deine zweite Frage zu beantworten: Eigentlich hatte ich zu „Portrait Of A Call Girl“ keine Fortsetzung geplant. Die Geschichte ist in sich geschlossen.

Alles in allem, was dürfen wir von Elegant Angel 2012 erwarten?

In Kürze kommt „Gangbanged 3“ mit Kagney Linn Karter auf den Markt, außerdem „DP Fanatic“ mit – wie der Name schon sagt – Doppelpenetrationen am Laufenden Band. Ich freue mich auch, dass Superstar Eva Angelina nach zwei Jahren Pause wieder zurück im Geschäft ist. Mit ihr werden wir „Evalutionary 2“ drehen, als Sequel zum preisgekrönten ersten Teil. Last but not least werden wir ungefähr im Juni einen neuen Feature-Film präsentieren. Lasst euch überraschen…

Was ist eigentlich deine persönliche Lieblingsserie im Elegant Angel-Portfolio?

Das ist wohl unsere Superstars-September-Serie. Alljährlich laden wir die vier größten Stars des Biz ein, ihren eigenen Gonzo zu drehen. Mit „Tori Black Is Pretty Filthy“ über „Asa Akira Is Insatiable“ bis hin zu „Gracie Glam: Lust“ ist es uns gelungen, bemerkenswerte Gonzos zu produzieren. Mason und William H. als Regisseuren kann man gar nicht genug Anerkennung aussprechen, dass sie es geschafft haben,  diese Serie zu stemmen.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage an dich: Würdest du uns verraten, wie du ins Hardcore-Geschäft kamst?

Ich bin seit 2003 im Geschäft. Es war reiner Zufall. Über einen gemeinsamen Freund, der als Drehbuchautor arbeitet, lernte ich Patrick Collins kennen, den Besitzer von Elegant Angel. Patrick bot mir dann kurze Zeit später an, für ihn als PR-Assistent und in der Produktion zu arbeiten. Eigentlich komme ich ja aus London und bin erst 2006 endgültig nach Los Angeles gezogen – als Patrick mich zum Geschäftsführer ernannt hat.

Seither arbeite ich für Elegant Angel und ich bin sehr glücklich, in einem so außergewöhnlichen Unternehmen mit so einem wunderbaren Team gelandet zu sein. Es ist zwar eine sehr spezielle Arbeitsumgebung, aber ich liebe es. Daher möchte ich mich an dieser Stelle auch bei allen Kunden und Freunden der Erotic Lounge bedanken. Wir freuen uns sehr, dass ihnen unsere Produktionen gefallen und hoffen, dass wir sie auch weiterhin gut unterhalten werden.

Graham Travis, wir danken dir für das Gespräch. Weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

 

Filme von Elegant Angel gibt es in der Erotic Lounge

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