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Ex-Pornostar Markus Waxenegger: Zum Abschied leise Servus?

Kategorie: Interviews, News | Freitag, 26. April 2013 von Chris Heartcore
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Im Erotic Lounge Interview: Pornodarsteller Markus Waxenegger (Foto: Markus Waxenegger) Markus Waxenegger hat viel erreicht in seiner Karriere: Mehrere Venus-Awards und den Erotic Lounge Fan-Award 2011. Doch mit einer Nachricht auf Facebook am Freitag letzter Woche ließ er seine Fans aufhorchen: Seit Oktober 2012 habe er seine Karriere als Pornodarsteller beendet! Einer der bekanntesten deutschen Darsteller quittiert still, heimlich und in einem Nebensatz seinen Dienst? Zeit für uns bei Markus persönlich nachzufragen – seine Beweggründe sind verständlich und nicht weniger brisant!

Hi Markus! Deine Eröffnung auf Facebook über deine Karriereende als Pornodarsteller kam ja völlig unvorbereitet. Kannst du uns diesen Rücktritt noch einmal 100% bestätigen?

Hi! Ja, das ist richtig. Seit Oktober 2012 arbeite ich nicht mehr als Darsteller!

Du schreibst, dass du schon im Oktober 2012 mit diesem Beruf abgeschlossen hast. Warum diese späte und beiläufige Mitteilung über deinen Ausstieg? Du warst ja immerhin einer der bekanntesten und auch dienstältesten Pornodarsteller von Deutschland…

Ganz einfach: Ich war halt noch nie jemand der alles rausposaunt. Selbst die Auszeichnungen die ich im Oktober 2013 bekommen habe, habe ich nirgendwo gepostet oder so. Verstehe mich nicht falsch: Ich freue mich riesig dass ich diese Auszeichnungen bekommen habe, bin total stolz auf jeden Award den ich gewinne – aber ich war nie die Person die das jedem unter die Nase reiben muss wie toll sie ist usw.. Ich habe diesen Job gemacht weil ich ihn geil fand, weil ich diese Lebensart liebe – aber ich habe mich dadurch nie für etwas Besseres gehalten. Deshalb war ich mir gar nicht bewusst dass dies jemanden überhaupt interessieren könnte. Das habe ich dann erst durch die Reaktionen und Kommentare auf Facebook mitbekommen.

Für viele Fans kam diese Info sehr überraschend. Welche Beweggründe hattest du bereits im letzten Jahr einen Schlussstrich zu ziehen?

Sicherlich gab es für mich wichtige Beweggründe diesen Schritt zu gehen: Natürlich hat es auch mit meiner jetzigen Beziehung zu tun, aber ausschlaggebend war für mich, dass ich nicht mehr bereit bin unter den vorherrschenden gesundheitlichen Zuständen an den Sets weiter zu drehen! Man fragt sich wirklich warum man selbst überhaupt noch einen gesundheitlichen Volltest macht, wenn die Mädels am Vortag noch auf einem Gang-Bang rumrutschen, alles „ohne“ machen und dann zum Dreh mit einem Schnelltest ankommen. Da muss ich ehrlich sagen: Das ist russisches Roulette, da habe ich keinen Bock mehr drauf!

Dann sind es vor allem die gesundheitlichen Aspekte die dich zum Ausstieg bewogen haben?

Genau, dass ist für mich der eigentliche Hauptgrund.

Das ist jetzt aber harter und brisanter Tobak welchen du im Prinzip der kompletten deutschen Porno-Industrie vorwirfst, oder?

Irgendwo schon. Wenn ich ehrlich bin gibt es immer mehr Produzenten die mit den Schnelltests am Set herumfuchteln, der – wenn man wieder ehrlich ist – gar nichts bringt, zumal es ja noch viel mehr sexuell übertragbare Krankheiten gibt als nur HIV! So ein Schnelltest ist ein 50/50-Teil. Stell dir mal die Katastrophe vor, wenn einer wirklich HIV haben sollte und der Schnelltest ihn nicht anzeigt! Das kann man nicht machen. Es geht hier einfach nur ums Geld. Jeder will sparen, sparen, sparen. Da muss ich dir ehrlich sagen: Dann will ich das Spiel nicht mehr mitspielen.

Rein zufällig nennst du aber hier keine Namen, oder?

Nein. Aber man kann es sehr gut im Internet verfolgen wer AO-Gang-Bangs (Gang-Bangs welche ohne Kondome durchgeführt werden, Anm. d. Red.) veranstaltet. Ich finde es dann immer lustig wenn dann Mädels sagen „Hey, ich nicht!“ und genau diese dann ganz groß auf Plakaten sind und mit AO Werbung machen! Mich gruselt es mittlerweile davor. Ich hatte jetzt auch schon die eine oder andere  Darstellerin gehabt die sagte „Ah ja, gestern hatte ich Gang-Bang“ etc.pp. . Würden die das alle mit Gummi machen: Überhaupt kein Problem, alles gut und schön! Aber nur um irgendwie ein paar Cent mehr zu verdienen seine Gesundheit aufs Spiel zu setzten… da frage ich mich echt, was in diesen Köpfen los ist!

Nachricht von Markus Waxenegger auf Facebook (Screenshot: Facebook)

Sollte dann nicht auch in Deutschland per Gesetz nur noch mit Kondom produziert werden dürfen? Oder bist du der Meinung, dass an einem professionellen Set mit vernünftigen Volltests dies nicht nötig ist?

Mir wäre es ganz ehrlich lieber, die Leute haben gar keinen Test und dafür ein Kondom drauf – um es mal ein wenig übertrieben und krass zu formulieren. Klar ist ein Volltest immer gut, oder zumindest ein Anfangstest wenn man in die Szene einsteigt – damit man erkranke Menschen schon einmal ausfiltern kann. Aber müsste ich mich für eines entscheiden, dann würde ich mich ganz klar für das Kondom entscheiden! Beides wäre natürlich das Optimum, aber es hat sich ja gezeigt dass dies aufgrund verschiedener wirtschaftlicher Faktoren anscheinend nicht möglich ist.

Viele wollen den relativ teuren Volltest (im Verhältnis zum Schnelltest, Anm. d. Red.) nicht bezahlen, und auch die Firmen wollen die Kosten dafür teilweise nicht übernehmen. Es will halt niemand 100 Euro für einen Volltest ausgeben, wenn er später am Set 250 Euro für eine Szene bekommt – und davon auch noch seine Anfahrt und ggf. Unterkunft bezahlen muss. Das rechnet sich doch hinten und vorne nicht. Das ganze Spiel passt einfach nicht mehr. Würden die Firmen sagen „Wir übernehmen die Tests„, würde die Sache schon wieder ganz anders aussehen. Aber das Kondom am Set müsste am besten trotzdem Pflicht werden!

Ist es für dich dann also nur ein Rückzug auf Zeit, bis sich die Umstände wieder gebessert haben? Ist ein Comeback für dich eine Option?

Also wie es momentan aussieht mache ich nichts mehr. Das jetzt gezeigte Material von mir wurde schon vor Oktober 2012 produziert – gleiches gilt für Reportagen im Fernsehen usw. . Man muss sich  irgendwann im Leben einmal entscheiden: Entweder mache ich das jetzt weiter und gebe da auch Vollgas, oder ich gehe zurück ins „normale“ Leben. Beides lässt sich schwer verbinden. Es ist schon schwer genug wieder ins normale Leben zu kommen, wenn du in dieser Branche gearbeitet hast. Wie es natürlich in zwei oder drei Jahren aussieht kann ich nicht sagen – ich bin ja kein Hellseher. Das Leben verändert sich ja ständig. (lacht) Momentan ziehe ich mich aus allem zurück. Du kennst es ja selbst: Wenn nicht jetzt, wann dann? Man findet sonst immer wieder Ausreden nach dem Motto „Ach, nur noch ein Jahr„… Ich habe jetzt ein Alter wo ich auch noch im „normalen“ Leben eine Chance habe. Würde ich jetzt noch 10 Jahre warten, dann wäre dies auch vorbei.

Ich will hier auch nicht alles verteufeln oder schlecht machen, aber ich habe halt das Gefühl alles läuft momentan ein wenig in die verkehrte Richtung. Firmen die früher gut produziert haben gibt es in dieser Form gar nicht mehr. Früher hatte man noch das Gefühl wertgeschätzt zu werden – als Mensch und auch für seine Leistung. Heute geht es nur noch um das „Abliefern“. Sämtliche Beziehungen scheitern immer wieder an diesem Job. Wenn es mir heute nur noch das hohe gesundheitliche Risiko einbringt und sonst nichts, dann bin ich nicht mehr bereit dafür mein Privatleben zu opfern.

Du sprichst es schon an: Es war ja jetzt nicht alles schlecht in deiner Porno-Karriere. Worauf blickst du gerne zurück?

Ich habe sehr viel Spaß gehabt – nicht nur beim Sex, der war eh am schönsten. Auch all das Drumherum: Menschen jeglicher Couleur kennenzulernen, zu reisen usw. . Früher bist du zum Produzieren nach Ibiza geflogen, hast Sex gehabt, am Strand gelegen, hast Verpflegung bekommen und bist nach Haus gefahren mit Geld in der Tasche – geiler geht es doch nicht, oder? Für mich war dies wirklich ein Traumjob und ich habe ihn auch wirklich gelebt.

Wohin geht jetzt deine Reise?

Erstmal werde ich wieder als Koch arbeiten. Das ist jetzt zwar nicht mein Traumjob, aber ich will mich selbst erst einmal wieder ein wenig finden und ins Leben „eingewöhnen“. In zwei Wochen ziehe ich zu meiner jetzigen Freundin ins Saarland und fange da praktisch wieder neu an.

Deine, leider fast sprichwörtlichen, letzten Worte als Ex-Pornostar?

Ich möchte bitte nicht das jetzt geschrieben wird, dass ich alles schlecht fand. Ich fand meine Zeit in der Branche super. Ich bin keiner der sagt „Ich höre jetzt auf und das waren alles Arschlöcher!„. Das ist Schwachsinn, keiner war ein Arschloch. Nur langsam gibt es eben genannte Gründe für die ich nicht mehr bereit bin mein Privatleben zu vernachlässigen. Wenn ich irgendwann meine Entscheidung ändern sollte, dann melde ich mich bei euch! (lacht)

Danke Markus. Wir wünschen dir alles Gute und viel Glück auf deinem weiteren Weg!

 

Filme mit Markus Waxenegger gibt es in der Erotic Lounge

EIN KOMMENTAR

  1. avatar Conny Dachs

    Respekt Markus , das nenne ich Konsequent , auch das „Schlußintervieuw“ trifft den Nagel auf den Kopf (einiges faul im Staate Dänemark ! ) Alles Gute für Deinen weiteren Lebensweg ! Grüße , Conny Dachs

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