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Chris Hilton: Wie wir ficken, so fickt kein Mensch!

Kategorie: Interviews | Donnerstag, 5. Dezember 2013 von Chris Heartcore
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Interview Chris Hilton: Wie wir ficken, so fickt kein Mensch!Hier also der zweite Teil des Interviews mit Chris Hilton – wie immer auch als Videoclip. Diesmal spricht Chris Klartext über Gagen, Mindestanforderungen und das Handwerkszeug für angehenden Darsteller und Darstellerinnen. Also aufgepasst!

Markus Waxenegger sagte mir mal im Interview, man müsse sich als Darsteller fokussieren können um auf „Knopfdruck“ Sex zu haben (vielleicht auch mit Personen, die man nicht unbedingt attraktiv findet). Wie macht man das?

Sex ist ein Kopfsache – wie im privaten Bereich. Der Koitus als mechanischer Akt ist natürlich auch immer da – dies ist ja das Produkt, welches wir am Ende des Tages bei einer Produktion anbieten. Der Rest ist auch hier Kopfsache. Du musst alles ausblenden können, wenn du z.B. mit einer Kollegin drehen sollst, mit der du menschlich nicht so gut kannst. Als Darsteller musst du dich auf den Punkt konzentrieren können, und Phantasien im Hinterkopf haben die du dann abrufen kannst. Das ist im privaten Bereich doch auch nicht anders: In langjährigen Beziehungen denkt man bei Sex doch auch nicht immer nur an den Partner, sondern auch an die Nachbarin, den Postboten usw. .

Im professionellen Bereich kommt dann erschwerend Licht, Kamera, Ton und solche Sachen hinzu. Ich erinnere mich an eine große Produktion, da hat mir der Kameramann echt wortwörtlich im Nacken gesessen um einen Close Up zu bekommen. Gleichzeitig musst du auf das Licht und den Schattenwurf achten und noch deine Partnerin dirigieren um die richtigen Bilder zu liefern – da hast du echt viel zu tun! (lacht) In solchen Momenten musst du dich wirklich fokussieren können.

Was mir hierbei wichtig ist: Ich kennen keinen Darsteller der von sich behaupten würde, er hätte noch nie einen schlechten Tag gehabt. Jeder hat mal schlechte Tage, an denen man die Szene dann eben mehr oder weniger professionell durchzieht. Wir sind alle keine Übermenschen!

Harte Abreit also. Viele haben ja die Vorstellung, dass man als männlicher Pornodarsteller z.B. die Mädels bekommt, die man sonst eben nicht bekommen würde. Was kannst du denn Männern empfehlen, die vielleicht daran denken den Weg des Porno-Darstellers gehen zu wollen?

Also zuerst: Es ist alles nicht mehr so schön wie früher! (lacht) Es ist heute sehr viel schwieriger da rein zu kommen. Früher haben die Firmen noch viel mehr produziert – da wurden natürlich auch viele Darsteller gebucht. Heute produzieren die Studios weniger pofessionelle Filme – also braucht man auch weniger Darsteller. Im Amateur-Bereich stellt sich die Frage sowieso nicht. Wer aber wirklich ernsthaft mit dem Gedanken spielt, sich bei einer Firma wie z.B. Magmafilm zu bewerben, ist die Grundvoraussetzung ein funktionierender Schwanz. Klar, ohne Schwanz keinen Porno. Und mit ihm umgehen können sollte man auch, selbst unter ungünstigen Bedingungen.

Psychischer Druck verändert nämlich alles. Ich habe Jungs im Swingerclub kennengelernt, die alles wegvögeln und meinen dass sie der Ober-Stecher sind. Aber dann stehen sie vor der Kamera und du sagst: So, jetzt kommt es auf dich an, nur auf dich! Wir haben einen Kameramann, wir haben Ton, wir haben Licht. Zehn Leute hier am Set warten jetzt nur auf dich! In dem Moment klappt dann den meisten die Erektion weg. Aber das muss man eben auch drauf haben – unter Druck zu funktionieren.

Wenn das klappt, dann ganz klar Gesundheitstests – aktuelle! Darum hat sich der Darsteller selbst zu kümmern. Garderobe mitbringen, gepflegt und im Intimbereich rasiert sein. Das übliche Handwerkszeug eben. Ein Maurer braucht seine Kelle und der Pornodarsteller braucht eben sich selbst. Wir brauchen keine Adonisse von denen jeder einen Sixpack haben muss, sondern ganz normale, gepflege Leute. Und er muss zuverlässig sein!

Hand aufs Herz: Kann man heute von dem Beruf des Pornodarstellers noch leben?

Nein, definitiv nein! In Deutschland gibt es schätzungsweise nur noch eine Handvoll Darsteller, die das hauptberuflich machen. Von diesen hat weder einer eine Yacht oder eine Villa, und sie leben meist in einfachsten Verhältnissen. Bei den Mädels sieht es ein wenig anders aus: Eine Frau kann von Natur aus mehr machen, da geht es über die Quantität. Ein Darsteller macht am Tag 2-3 Szenen dann ist er platt. Eine Darstellerin macht am Tag ihre 4-5 Szenen, dann funktioniert das Konzept. Auch sind viele professionelle Darstellerinnen zusätzliche auf den Amateurseiten unterwegs etc. .

Ich glaube, und das heißt jetzt nicht wissen, dass, wenn du am Ende des Tages einen Strich unter alles machst – also die Zeit die du investierst, mit den Kosten für die Gesundheitstests, Fahrtkosten usw. – du als männlicher Darsteller weit unter dem Mindestlohn liegst, den sie jetzt alle fordern. Noch einmal: Du kannst davon nicht professionell leben! Immer unter der Prämisse, dass ordentlich Steuern bezahlt werden, Krankenversicherung, Unfallversicherung usw. . Das kann nicht funktionieren. Ich sage es dir offen: Nehmen wir eine Gage von 250 Euro pro Szene. 100 Euro gehen für die Gesundheitstest drauf, Anfahrt/Abfahrt usw. – da kannst du dir selbst ausrechnen, was du an einem ganzen Tag pro Stunde verdienst.

Wie sieht es bei dir aus: Willst du so lange wie es geht vor der Kamera bleiben, oder hast du andere Zukunftspläne?

Ich schaue persönlich nicht so weit in die Zukunft, denn es kommt eh anderes als man denkt. Wenn ich Planungssicherheit hätte haben wollen, wäre ich Berufssoldat geworden –  dann wäre mein Leben bis 50, 60 durchgeplant gewesen. Ich lebe unter gewissen Rahmenbedingungen eher von heute auf morgen. Was Porno angeht: Ich hangel mich im Moment von Format zu Format. Wie mi der Sache z.B. momentan für Magmafilm: Solange das Ding funktioniert mache ich es.

Vielleicht bin ich aber auch nächstes Jahr an dem Punkt wo ich sage: Nö, ich habe keine Lust mehr. Vielleicht mache ich es aber auch noch zehn Jahre. Gesund will ich bleiben – da achte ich drauf und treibe viel Sport. Das ist auch etwas was ich neuen Darstellern nur empfehlen kann: Sport ist das A und O. Und Körperspannung im Film. Freunde, Körperspannung! Nicht so als Frau einfach auf dem Mann runterplumpsen, sondern Körperspannung aufbauen, Dynamik reinbringen! Aber zurück zum eigentlichen Thema…

…nö, ist doch interessant…

…Als ich angefangen habe, bist du ja total überwältigt: Überall Titten! Aber wenn du es dann ein paar Mal machst und auch den Workflow begreifst der Notwendig ist um so ein Produkt zu generieren, dann siehst du die Sache mit ganz anderen Augen. Manche Mädels bringen das von Natur aus mit. Mia Magma z.B.: Sie hat ihre erste Szene mit mir gedreht (Das Sennenlutschi„, Anm. d. Red.). Die hat sich auf mich drauf gesetzt, abgestützt, Titten rausgestreckt, Hohlkreuz gemacht und mich abgeritten. Ich musste sie nicht mehr führen. Normalerweise nimmst du die Darstellerin, drückst ihr Becken hoch und ihren Rücken runter, damit einfach die Pose stimmt. Die Mädels wollen in dem Film ja auch gut aussehen, und keinen Katzenbuckel machen bei Doggy! Da gehört Körperspannung rein!

Wir ficken vor der Kamera, so fickt kein Mensch in Wirklichkeit! Kein Mensch fickt neben dem Swimming Pool auf den kalten Fliesen und sagt: Oh, ist das geil! Das macht kein Mensch! Wenn ich auf so einer kalten Fliese lieg, dann sage ich zu meiner Freundin: Jetzt gehen wir aber ins Bett, mir tut nämlich schon der Steiß weh! Wir vögeln auch nicht am Auto stehend mit einem Fuß auf 1,80m im Spagat. Nein! Ich liege im Autositz und lasse mir gemütich einen blasen! Das ist echter Sex, und das ist auch der Unterschied. Damit du das aber im Film transportieren kannst, brauchst du Körperspannung!

Meine Damen und Herren, Chris Hilton! Danke dir!

Peace! Einen letzten Gruß an alle die open minded people da draußen!

 

Filme mit Chris Hilton gibt es in der Erotic Lounge

EIN KOMMENTAR

  1. avatar DeineErotik

    Schlafzimmersex kennt halt auch jeder und kommt daher im Film nicht so gut an. Auch sonst nicht vollzogene Stellung an irrsinnigen PLätzen lassen halt einfach Fantasien aufleben. 😉

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